Familiensportgemeinschaft Lichtkreis Köln e. V.

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Mitglied des DFK (Deutscher Verband für Freikörperkultur)

Mitglied der Familien-Sport-Gemeinschaft NRW e. V.

Ein Gelände stellt sich vor: Die Familiensportgemeinschaft Lichtkreis Köln e. V.

(aus FKK FreiKörperKultur Nr. 6 - November 1995, mit ergänzenden Anmerkungen, Stand Januar 2003)

Ein mutiger und lebendiger Verein, die Familiensportgemeinschaft Lichtkreis Köln e. V.! Da beschließt ein Verein mit 399 Einheiten, das sind 623 (jetzt 700) Mitglieder, den Neubau eines neuen Vereinsheims.

An sich keine überraschende Nachricht. Wenn man aber dann im vergangenen Jahr (1994) zur großen Doppelfeier - 70 Jahre Lichtkreis und Einweihung des neuen Hauses - nach Rösrath-Kleineichen fuhr, dann konnte man sehen, daß der Beschluß, das Haus zu bauen, doch etwas besonderes war. Aber davon später.

So ganz sicher ist man sich im Lichtkreis nicht, wann denn eigentlich der älteste Kölner FKK-Verein begründet wurde. Für die Jahre 1919 bis 1929 stehen vier Daten zur Verfügung, die als Geburtsstunde des Vereins dienen können. Sicher ist aber, daß Pfingsten 1924 ein überregionales Naturistentreffen stattfand, auf dem sich die Kölner Gruppe den Namen «Lichtkreis Köln» gab. Unter diesem Namen wurde dann 1929 der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Köln eingetragen, damit war er offiziell.

Mit Bedacht war der Vereinsname gewählt worden: Lichtfreunde, nicht Kinder der Finsternis wollte man sein. Gesundheitspflege, Sport und Spiel frei in der Natur zu betreiben, standen von jeher im Mittelpunkt des Vereinslebens. Jedoch brachte der Vereinsname auch manches Schmunzeln hervor: Auf einer Wanderung durchs Bergische Land traf die Wandergruppe des Lichtkreises auf andere Wanderer. «Wie heißt denn Euer Verein?» schallte es ihnen entgegen. «Wir sind vom Lichtkreis Köln.» Damit war für die Fragenden alles klar: Unsere Wandergruppe kam vom Kölner Elektrizitätswerk!

Schnell wurde ein Gelände erworben und eine ansehnliche Holzhütte darauf errichtet. Die Genehmigung dazu wurde 1927 erteilt.

Während 1933 der Nachbarverein «Neues Leben» von einer SA-Horde zerstört wurde, blieb das Gelände des «Lichtkreises» unbehelligt. Zwar erschien eine Gestapo-Abordnung mit dem Rösrather Bürgermeister auf dem Gelände, zog aber, als sie ein Faustballspiel beobachtet hatte, wieder ab. Beim Lichtkreis wurde Sport getrieben - und der war unverdächtig!

Die FKK-Gruppen im Reichsgebiet hatten sich nach ihrer Zerschlagung im «Bund für Leibeszucht» reorganisiert und wurden ab 1935 dem «Reichsbund für Leibesübungen, Fachgruppe Wandern und Bergsteigen» «gleichgeschaltet». Diesem Schicksal entging auch der Lichtkreis nicht, er wurde «Bund für Leibeszucht, Ortsgruppe Köln»; der Vorsitzende hatte sich «Vereinsführer» zu nennen. Auf diese schaurige Weise angepaßt, überlebte der Verein die Nazizeit.

Die Kriegsfolgen gingen am Lichtkreis nicht vorüber, 1943 wurden Behelfsheime für Bombenopfer errichtet, 1944 das gesamte Gelände beschlagnahmt. Die alliierte Militärregierung hielt bis 1950 die Beschlagnahmung aufrecht, erst dann wurde das Gelände und das Lichtkreis-Vermögen dem Verein zurückgegeben, offiziell dauerte die Beschlagnahmung bis 1952 an!

Der Wiederaufbau des Vereins und seines Geländes begann dann 1953 mit dem Bau einer neuen, massiven Geländehütte (die Baracke von 1927 diente als Heizmaterial für die Sauna!). 1959/60 wurde ein Schwimmbad errichtet, im Folgejahr der Parkplatz mit seiner Umfassungsmauer. 1965 konnte das Gelände durch Zupacht erweitert werden. 1969/70 erfolgte die Renovierung der bestehenden Sanitär- und Saunaanlage.

1979 gelang eine weitere Geländevergrößerung, wiederum durch Zupacht. Damit hat Kleineichen eine Größe von 72.000 qm erreicht. Große Arbeitsleistungen wurden zur Schaffung von Sportanlagen, Wegen und Freiflächen erbracht. 1980/81 konnte das von der Gemeinde im Rahmen der Zupacht übernommene Waldsportheim wieder aufgebaut und um eine Platzwartwohnung erweitert werden.

Das Schwimmbad erhielt 1972 eine Filteranlage und eine Heizung. 1989 erfolgte dann die Generalüberholung des Bades.

Eine besondere Leistung des Lichtkreises war auch die Sanierung des Krumbachs in seinem Verlauf durch das Gelände. Diese Bachsanierung erfolgte mit Unterstützung der Gemeinde Rösrath nach ökologischen Gesichtspunkten. Natursteine wurden ebenso in den Bachlauf gelegt wie Schwellen, die den Bachfluß verlangsamen und so Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere schaffen sollen. Diese Aktion wurde 1990 mit dem Umweltpreis des DFK ausgezeichnet.

Auch weitere umweltfreundliche Maßnahmen läßt sich der Verein einfallen: Privater Müll wird von den Mitgliedern in der häuslichen Mülltonne entsorgt, Kompostierung von Abfällen aus dem Gelände ist selbstverständlich, für Holzabfälle steht ein Häcksler zur Verfügung. Bei Festen wird auf Pappteller und Plastikbesteck verzichtet, Sonnenkollektoren helfen bei der Beheizung des Schwimmbads und eine Regenwasserzisterne hilft, wertvolles Trinkwasser zu sparen - nicht umsonst ist die Pflege von Natur und Umwelt Satzungsziel des Vereins.

Höhepunkt der Ausbaumaßnahmen war das 1994 fertiggestellte, neue Vereinshaus, das allen Ansprüchen gerecht wird. Eine Sauna, die ihresgleichen sucht, ein Ruheraum und ein Kraftsportraum, ferner ein Versammlungsraum, Büro und Abstellflächen - hier wurde mit beachtenswertem Einsatz eine Anlage geschaffen, die einfach Freude macht!

Dazu einige Zahlen: Kosten des Neubaus rund 650.000 DM, Eigenleistung 7.700 Arbeits- und 7.000 Maschinenstunden. Hinzu kommt die Leistung des Planungsteams mit - vereinseigenem - Architekten und die Bauleitung mit nochmals 3.000 Stunden, somit ist die Eigenleistung mit etwa 400.000 DM anzusetzen.

Diese Zahlen lassen manchen schwindeln. So war denn auch die Abstimmung für den Neubau mit nur 13 Stimmen Mehrheit äußerst knapp. 25 Mitgliedern schien das Risiko zu groß, sie verließen den Verein.

Heute ist das neue Haus der Magnet des Vereins. Der Fitnessraum wird pausenlos frequentiert, gerade im Winter lädt nach einem Waldlauf die Sauna zur Erholung ein. Weiter hat sich gezeigt, daß Interessenten - nicht mehr wie bislang - nach einem Rundgang über das Gelände ein Wiederkommen in Aussicht stellen, sondern gleich an Ort und Stelle ihre Beitrittserklärung unterschreiben. So konnten allein in diesem Jahr (1995) 52 neue Mitglieder gewonnen werden. - Ein attraktives Gelände zieht auch heute noch Menschen in seinen Bann.

Der Lichtkreis versteht sich gemäß seiner Satzung als Verein, der den Zweck hat:

  1. den Breiten- und Freizeitsport im Sinne des «2. Weges» des DSB zu pflegen,
  2. den Wettkampfsport nach den Regeln der Fachverbände des DSB auszuüben und
  3. den Umwelt- und Landschaftschutz zu fördern.

So ist der Lichtkreis, bei aller Freude über die gelungene Geländegestaltung, aber vor allem ein aktiver Sportverein, der seinen Mitgliedern zur Zeit 17 Sportarten anbietet: Aerobic, Badminton, Boule, Faustball, Gymnastik, Indiaca, Joggen, Krafttraining, Leichtathletik, Nordic Walking, Radsport und -wandern, Rückengymnastik, Schwimmen, Tischtennis, Volleyball und Wandern. Zusätzlich gibt es noch ein Schachangebot.

Ergänzung: im Jahr 2002 wurde die Bogenschießanlage in Betrieb genommen..